Wer kennt sie nicht - Gruppenarbeiten auf der Universität. Ich bin jetzt doch schon seit 2001 auf der Uni und hab schon einige Gruppenarbeiten zu machen gehabt. Toll wenn man sich die Arbeit aufteilen kann und vielleicht etwas weniger Zeit aufwenden muß. Wären da nicht besagte Mitstudierende, die sich als (teil)unfähig entpuppen. Perfekt ist keiner, aber es gibt gewisse Dinge, die bei einer Gruppenarbeit nichts verloren haben.
Von dieser besagten Spezies gibt es einige Typen, die Gruppenarbeiten unnötig erschweren. Diese Einteilung beruht auf eigenen Erfahrungen (ist also nicht überspitzt).
1. Typ Perfektionist
Ist mir selten über den Weg gelaufen, aber doch. Diese Typen zeichnen sich dadurch aus, die gesamte Arbeit alleine machen zu vollen. Die anderen Gruppenmitglieder sind nicht gut genug - die Angst, daß die Gruppenarbeit schlechter als ein Sehr Gut ist, macht sich bemerkbar. Bei Gruppentreffen wird nicht nur der eigene Teil präsentiert, sondern gleich die Teile der anderen: "Hach ich bin ja so gut/kenne mich mit der Materie so gut aus/...." - natürlich ist auch die Präsentation auch fix und fertig und der Perfektionist will auch die Präsentation machen - alleine.
Einerseits wenig Arbeit für anderen, aber dennoch: diese Runterzieherei braucht man genauso wie Exzeme. Noch dazu gibt es Perfektionisten, die dann gerne mal behaupten, daß die anderen nichts getan hätten. Und dann wird es wirklich schlimm.
2. Typ UnKri (Unwissend-Kritikunverträglich)
Das sind sowieso meine Lieblinge. Keine Ahnung von der Materie haben, Modelle anwenden, die genau zu der Fragestellung nicht passen. Wenn man ihnen dann versucht zu erklären, warum dieses Modell nicht paßt sondern ein anderes, wird sofort auf stur geschaltet. Man gibt lieber etwas Falsches ab anstatt den Fehler einzusehen.
2a. Typ UnKriHys (
Unwissend-Kritikunverträglich + hysterisch)Das Sahnehäubchen sind dann die, die nach sachlich geäußerter Kritik (mintunter auch Wochen später) zu heulen anfangen und stammeln: "Du überfährst mich total, du magst micht nicht..." - gut das mir so ein Typ UnKriHys nur einmal über den Weg gelaufen ist und ich die Gruppe wechseln konnte, was bei einem Kurs, der über 3 Semester geht, wirklich nötig ist. Weil das ist peinlich und lächerlich. Anstatt daß man froh ist, daß man erklärt bekommt spielt man das arme überfahrene Opfer.
Da fragt man sich schon, was solchen Menschen dann im Arbeitsleben einmal machen. Oder es reicht wahrscheinlich schon die Diplomarbeit. Ohne Kritik geht es halt nicht.
3. Typ UnbeteiligtDer Typ, den ich am häufigsten angetroffen habe. Reagiert nicht auf Mails, SMS, Anrufe, ersscheint nicht zu Gruppentreffen, ist auch selten im Kurs. Will sich unbedingt an der Gruppenarbeit beteiligen, will aber nichts dazu beitragen. Frei nach dem Motto: Hauptsache mein Name steht auf dem Deckblatt und ich kassiere die Note.
Wenn man so einen rauswirft läuft man selbst Gefahr als Kameradenschwein abgestempelt zu werden. Was mir aber egal ist. Manche haben leider Bedenken, solche Typen aus der Gruppe zu entfernen - ein ganz falsches Signal!
3a. Typ UninteressiertDas sind jene, die sich nicht beteiligen wollen weil sie sich a) nicht mit der Materie beschäftigen wollen oder b) sich ohnehin fragen, warum dieses Fach ein Pflichtfach ist.
4. Typ DelegierendDiese Typen arbeiten zwar, zeigen aber Motive vom Typ 3a und wollen daher nach dem Motto: "Du kannst es ja eh viel besser" die meiste Arbeit weiterdelegieren. Auch hier darf man nicht den Fehler machen und zuviel nachgeben. Die meisten dieser Spezies sind einfach zu faul, sich das Skriptum durchzulesen. Das braucht man wirklich nicht fördern.
5. Typ Unbe-schreib-lichKurz gesagt: keine Zitate, keine Struktur, das Geschriebene wirkt wie ein Rohkonzept - soll aber die fertige Fassung darstellen. Man verbringt nun viel Zeit, das ganze umzuschreiben, Zitate einzufügen etc. - würde man den Teil selbst verfassen, wäre man schneller.
6. Typ Befehlsempfänger
Diesem Typen muß man trotz seiner Arbeitswilligkeit ständig alles vorkauen - das fängt schon an bei der Literaturrecherche. Manche geben sich zufrieden, daß man ihnen eine Literaturliste schickt, anderen muß man die Bücher auch besorgen. Auf Gruppentreffen muß man mindestens 3x hinweisen und sich am Tag davor nochmal vergewissern, daß darauf nicht vergessen wird. Man muß Zitierrichtlinien ausschicken, auf fehlende Zitate hinweisen, die Arbeit durchsehen und immer wieder den Satz "Bitte mach dies und das" runterbeten. Erst mit einem Tritt macht dieser Typ das gewünschte. Eigentlich wie der Typ 3, nur daß dieser Mensch zumindest als Sekretärin einsetzbar ist. Aber auch keine wirkliche Hilfe.
Ich fürchte das waren nicht alle Sub-Typen. Eines haben alle gemeinsam: Sie sind unmöglich!