Als ich mich über die Krocha informierte fielen mir sofort die Kogyaru und die Ganguro-Subkultur (die beiden größten und bekanntesten Gruppen innerhalb der Gyaru-Bewegung) in Japan ein, mit der ich mich vor einigen Semestern im Rahmen meines Studiums beschäftigt habe. Kogyaru und Ganguro sind sich sehr ähnlich, aber dennoch nicht gleichzusetzen. Und was hat das jetzt mit den Krochan zu tun?
Die Kogyaru und Ganguro-Subkultur ist im Gegensatz zur Krocha eine fast rein weibliche Erscheinung und betrifft auch Mädels außerhalb des Teenager-Alter (bis ungefähr 25).
Was Ko, Ga und Kro gemeinsam haben - Selbstbräuner und Solarium, Ko und Ga im Sommer halt noch den Strand. Wobei hier die Extemsten wohl die Yanamba sind (Bezeichnung für extreme Ganguro). Die Bräune der japanischen Gruppen läuft mit dem dortigen Schönheitsideal zuwider - es gibt dort mehr "whitening" Produkte als Selbstbräuner.
Alle drei Gruppen zeichnen sich durch "Zur-Schau-Stellung" des vorhandenen Einkommes (besonders das der Eltern) durch Mode und soziale Aktivitäten aus. Bei den Kogyaru wie Louis Vuitton und Burberry mit den auch ihre Schuluniform aufpeppt wird (wobei hier niemals die loose socks fehlen dürfen), in der Freizeit werden Miniröcke, Plateuschuhe und jede Menge Make-up getragen, Lieblingsbeschäftigung shoppen im Shibuya 109. Bei den Krochan sind es D&G und Ed Hardy, Sneaker und Kapperl, vom Solarium direkt in die Disco.
Die Ganguro setzen im Gegensatz dazu auf individuelles, sehr schrilles Styling und Make-up.
Die Haarbleiche kommt bei allen drei Gruppen sehr gut an, außerdem eine Vorliebe für bestimmte Musik, Tänze (siehe Krocha-Videos auf YouTube; Parapara der Ganguro) sowie ein eigener Slang (Kogyaru-go, Krocha-Slang).
Ko, Ga und Kro beschränken sich auf bestimmte Gegenden. Die Kogyaru konzentrieren sich auf den Tokioter Stadtteil Shibuya, die Ganguro sind in Shibuya und Ikebukuro zu finden, Krocha in Wien und Graz.
Das Phänomen Kogyaru und Ganguro existiert schon mindestens seit den frühen 90igern und wurde auch auf breitere Ebene rezipert - es gibt in Japan eigene Magazine für die Mädels (und die paar Centerguys, dem männlichen Gangruo). Das Manga Gals! hat das Leben der Kogyaru zum Thema. Gut, die Krocha haben auch ihre krocha.at-Seite und Youtube und neuerdings sogar unseren Benimm-Schäfer Thomas Elmayer ;)
Mein persönlicher Schluss? Eine neue Subkultur hierzulande, aber weltweit gesehen doch irgendwie nichts Neues, selbst wenn es zwischen den drei Kulturen Unterschiede gibt - sie haben einige Aspekte gemeinsan.
Eine Rebellion, anders sein - wie es alle Jugendlichen sein wollen.
Krocha-Fotos gibt es zu Hauf auf krocha.at...
Kogyaru (Schuluniform)

Kogyaru (Freizeit)

Ganguro

Yanamba


1 Kommentar:
Hey! ich weiß es ist schon laange her, aber super tolles Post! echt interessant (hatte mich schon gefragt, wieso das Trend erst jetzt in Östi gelandet ist und überhaupt).
Ich finde Kogal am besten (nicth dass ich bräunen überhaupt gut finde...ich lieebe weiß ).
btw, cooles link:
http://www.wtfjapanseriously.com/2010/01/ganguro-girls_11.html
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